Beikost – Teil 4: Fleischlose Ernährung für Babies – ist das sinnvoll?

hofschlaeger pixelio2Der Beginn der Beikost mit einem fleischhaltigen Gemüse-Kartoffel-Brei dient in erster Linie der Eisenversorgung des Säuglings. Dies hat verschiedene Gründe. Die fetalen Eisenspeicher sind ab dem 5. bis spätestens 7.Lebensmonat weitgehend erschöpft. Der Eisenbedarf ist aufgrund des Wachstumsbedarfs relativ hoch. Die Bioverfügbarkeit von Hämeisen ist wesentlich höher als von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln. Zusätzlich verbessert Fleisch die Bioverfügbarkeit des pflanzlichen Eisens in einer Mahlzeit. Fleisch, vor allem Rindfleisch, liefert außerdem gut verfügbares Zink.

Als Fettzusatz ist Rapsöl empfehlenswert. Rapsöl vereinigt in sich die präventivmedizinischen Vorteile von Olivenöl (hoher Gehalt an Ölsäure) und Sojaöl (ausgewogenes Verhältnis von omega-3- und omega-6-Fettsäuren) und enthält relativ wenig gesättigte Fettsäuren.
Wichtig ist, dass immer nur je ein neues Nahrungsmittel eingeführt wird und im Anschluss mindestens 4-5 Tage nichts neues gefüttert wird. So kann man die individuelle Reaktion des Kindes beobachten und eine eventuelle Unverträglichkeitsreaktion dem betreffenden Auslöser leichter zuordnen. Verträgliche Obst-, Gemüse- und Getreidesorten sollen dann durchgewechselt werden, um eine einseitige Ernährung und eine Sensibilisierung zu vermeiden. Nicht vergessen: sobald das Baby feste Nahrung bekommt, benötigt es  auch zusätzlich Flüssigkeit. Als Getränk eignen sich Wasser (stilles Wasser, erhältlich im Drogerie Markt – ist speziell gekennzeichnet) und Tee (oft verträglich ist Fenchel). In der Regel werden Babys noch länger morgens und abends und evtl auch zwischendurch gestillt.

Fleisch enthält viel Eisen. Es ist jedoch nicht zwingend notwendig, wenn darauf geachtet wird, eisenreiche Nahrungsmittel in Verbindung mit Vitamin C zuzufüttern. Die Eisenaufnahme wird durch Stillen verbessert.

Wenn ein Baby den Fleischgeschmack nicht mag, sollte dies akzeptiert werden. Mag das Baby Fleisch, kann es zwei- bis fünfmal wöchentlich Fleisch bekommen. Es eignet sich jedes qualitativ hochwertige, fettarme Fleisch, bestenfalls Bio-Fleisch. Rindfleisch ist besonders reich an Eisen.

Fleisch-Gläschen sind voller Zusatzstoffe, Salz, Zwiebeln, Kräuter. Sie eignen sich höchstens als Streichwurstersatz für Kleinkinder.

Was muss ich bei vegetarischer Ernährung beachten?

Damit die Eisenversorgung gesichert ist, sollte eisenreiches Getreide (Hirse) oder Gemüse (z.B. Fenchel, Brokkoli und Möhren) mit Obstmus oder -Saft gegeben werden. Das Vitamin C hilft dem Organismus des Babys das enthaltene Eisen besser verwerten zu können.

Sowohl tierische Milch als auch künstliche Säuglingsmilchnahrung hemmen die Eisenverwertung, Muttermilch dagegen optimiert sie.

Calciumquellen sind unter anderem Bananen und Sesamsamen oder Mineralwasser mit mehr als 250mg Calcium.

Vegetarische Ernährung von nicht gestillten Kindern sollte immer sorgfältig mit dem Kinderarzt, eventuell auch bei einer Ernährungsberatung besprochen werden.

Links: http://www.bewusst-leben-mit-globus.de/wissenswertes_zur_beikost.html

http://www.nutrichild.de/artikeldetails.php?aid=683

http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_Ernaehrung/s_320.html

Im nächsten Teil: Diese Lebensmittel sind schlecht für Babies

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